Geschichte

Das Deutsche Sportabzeichen wurde am 10. November 1912 von der Hauptversammlung des Deutschen Reichsausschusses für Olympische Spiele unter dem Namen Auszeichnung für vielfältige Leistung auf dem Gebiet der Leibesübungen geschaffen. Vorbild war das Schwedische Sportabzeichen (Idrottsmärke), das der Begründer des Sportabzeichens, Carl Diem, 1912 während der Olympischen Spiele in Stockholm kennengelernt hatte. Die Hauptversammlung des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen (DRA) beschloss am 10. November die Herausgabe und Bedingungen des Abzeichens. In Berlin wurden am 7. September 1913 anlässlich des Jugend-Spielfestes die ersten 22 Auszeichnungen vergeben. Erwerben konnten es anfangs nur deutsche Männer, die einem Sportverein angehörten. 1921 wurde es in Deutsches Turn- und Sportabzeichen umbenannt und konnte nun auch durch Frauen erworben werden.

Die Bedingungen wurden von dem schwedischen Vorbild übernommen, damals wie heute waren fünf Bedingungen aus fünf Gruppen zu absolvieren, Schwimmen war (und ist heute noch) obligatorisch. Einige Anforderungen (Kugelstoßen 8,00 Meter) sind bis heute unverändert. Die Einteilung in verschiedene Altersgruppen erfolgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg, bis dahin musste jeder, unabhängig von seinem Alter, die gleichen Bedingungen erfüllen.

In der Zeit des Nationalsozialismus trug es von 1934 bis 1945 den Namen Reichssportabzeichen und wurde am 1. Juli 1937 als Ehrenzeichen staatlich anerkannt.

In der DDR wurde ab 1951 das Sportleistungsabzeichen der DDR „Bereit zur Arbeit und zur Verteidigung der Heimat“ in den Stufen Gold, Silber und Bronze verliehen. Seine Gestaltung war ähnlich der des RSA/DSA; im Lorbeerkranz trug es die Beschriftung „DDR“. In querovaler Form wurde außerdem das Kindersportabzeichen, in runder bzw. viereckiger Form das Jugendsportabzeichen verliehen.

Nach der Fusion des Deutschen Sportbundes und des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland zum neuen Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ergaben sich seit 2007 eine Reihe von Veränderungen. Nicht zuletzt erhalten die Abzeichen eine neue Form. Sie zeigen jetzt in einem gebundenen Lorbeerkranz den unverschnörkelten Schriftzug DOSB.


Anerkennung durch den Bundespräsidenten

Das Deutsche Sportabzeichen wurde mit Art. 4 des Ordenerlasses vom 4. Juli 1958 durch Bundespräsident Theodor Heuss staatlich anerkannt und ist durch das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen ein geschütztes Ehrenzeichen. Es darf grundsätzlich an staatlichen Uniformen in Deutschland getragen werden, in der Bundeswehr z. B. am Dienstanzug als Bandschnalle.


Einige interessante Daten zum Deutschen Sportabzeichen

Der Fitnessorden wurde 1913 von Carl Diem nach schwedischen und amerikanischen Vorbildern in Deutschland ins Leben gerufen.

Die erste offizielle Verleihung als Auszeichnung für vielseitige Leistungsfähigkeit auf dem Gebiet der Leibesübungen fand statt am 7. 9. 1913 in Berlin an Carl Diem selbst.

Am 29.1.1921 wurde das Sportabzeichen für Frauen eingeführt.

Nach Wiedereinführung 1952 als „Deutsches Sportabzeichen“ (davor „Reichssportabzeichen“) gab es erstmals auch ein Jugendsportabzeichen (13 bis 17 Jahre) und ein Sportabzeichen für Versehrte.

Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung war 1958 die Anerkennung des Deutschen Sportabzeichens (DSA) für Erwachsene als offizielles, staatlich anerkanntes Ehrenzeichen mit Ordenscharakter (laut Ordensgesetz nach einem Erlass des Bundespräsidenten). Das ist weltweit einmalig!

Es hat sich in 95 Jahren den Ruf der Unbestechlichkeit, der Attraktivität und der Seriosität erworben und erhalten. Seine Vitalität ist ungebrochen.

Erst im Jahre 1969 wurde das Schülersportabzeichen (8 bis 12 Jahre) eingeführt. Bereits im Jahre 2003 konnte das 10-millionste Schülersportabzeichen verliehen werden.

Insgesamt wurden bis heute über 27 Millionen Sportabzeichen verliehen, davon mehr als 120.000 in 82 Ländern der Welt nach unseren Vorgaben und Bedingungen.

Das Deutsche Sportabzeichen ist das bedeutendste und erfolgreichste Auszeichnungssystem außerhalb des Wettkampfsports.

Es ist national und international einzigartig!

Es ist offen für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Alter. Man muss nicht Mitglied in einem Sportverein sein. Es kann auch von Menschen mit Einschränkungen und Behinderungen abgelegt werden. Dafür gibt es selbstverständlich besondere Bedingungen.

72 % aller Deutschen kennen das Deutsche Sportabzeichen. Fast 19 % haben es selbst schon einmal abgelegt.

Etwa 2 Millionen Menschen stellen sich jährlich den Prüfungsangeboten. Mehr als 900.000 der Bewerberinnen und Bewerber legen pro Jahr erfolgreich die Prüfungen ab.

Inzwischen haben auch die Krankenkassen entschieden, das Deutsche Sportabzeichen oder Teile davon in ihr Bonussystem für ihre Versicherten einzubinden.

Und zum Schluss: Niedersachsen hält seit 1952 (Wiedereinführung nach dem 2. Weltkrieg) ununterbrochen den Spitzenplatz in der „Bundesliga“ des Sportabzeichens im Verhältnis zur Bevölkerungszahl. Im Jahr 2005 mit 154.767 ein Rekordergebnis aufgestellt.

 

2013 wurde das Deutsche Sportabzeichen 100 Jahre alt.
 
Der 100-jährige Geburtstag des Deutschen Sportabzeichens (DSA) im Jahr 2013 war auch Anlass einer umfassenden Reform des Sportordens. Es gab grundlegende Veränderungen in der Systematik und in den Anforderungen.  Rückmeldungen zur Reform, insbesondere zum Leistungskatalog, wurden aufmerksam aufgenommen und analysiert. Bisher gesammelte Erfahrungen und Erkenntnisse sind in die neuen Leistungstabellen eingeflossen. 2015 wurden nochmals kleine Änderungen vorgenommen, die ab 1. Januar 2015 gelten und sich entsprechend in den neuen  Materialien wiederfinden.